Ausstellung
Der Kreis um Anton Stankowski:
»Ob Kunst oder Design ist egal – nur gut muss es
sein«
Ein geflügeltes Wort von Anton Stankowski (1906 – 1998)
ist nicht nur Namensgeber dieser Ausstellung, sondern auch inhaltliche
Leitlinie. Für ihn als Grafiker und Künstler gab es keine
Unterschiede zwischen den Disziplinen. Täglich von morgens bis
abends war er beschäftigt mit Entwerfen und Gestalten, ob das
Resultat einem Werbemotiv diente oder als sogenannte ‚freie Kunst’ zu
einem künstlerischen Objekt wurde, war ihm egal. Mit dieser
Einstellung stand er nicht alleine da. Viele seiner Freunde dachten
ebenso.
Diese Ausstellung widmet sich diesem Kreis um Stankowski und
zeigt sowohl ‚angewandte’ Designobjekte als auch ‚freie Arbeiten’.
Insgesamt werden 35 Künstler gezeigt, die alle eng mit Stankowski
verbunden waren.
Ausstellungsdaten:
Kunstmuseum Gelsenkirchen
21. Februar – 18. April 2010
Museum Wiesbaden
2. Mai – 4. Juli 2010
Kunsthalle Göppingen
18. Juli – 5. September 2010
Zu der Ausstellung ist ein Buch
erschienen,
mehr
Informationen darüber hier

Stiftungspreis 2009 der Stiftung
für Kunst und Wissenschaft der Hypo Real Estate Bank International
AG für das Künstlerhaus Stuttgart und die Stankowski-Stiftung
München, 3. November 2009 - Der mit insgesamt 15.000
Euro dotierte Stiftungspreis der Stiftung für Kunst und
Wissenschaft geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen mit jeweils 7.500
Euro an das Künstlerhaus Stuttgart und die Stankowski-Stiftung.
Mit dem Stiftungspreis, der einmal im Jahr vergeben wird, prämiert
die Stiftung herausragende kulturelle Leistungen in Baden-
Württemberg.
Stankowski-Stiftung: Erfolgreiche
Verbindung von freier und angewandter Kunst
„Anton Stankowski hat wesentlich zum künstlerischen
Selbstverständnis beigetragen, wenn es darum geht, die freie Kunst
mit der so genannten angewandten Kunst erfolgreich in Verbindung zu
bringen. Erinnert sei an seine fotografischen Anfänge und
Bildkompositionen bis hin zum Logo der Deutschen Bank.
Diese in der Bundesrepublik keineswegs selbstverständliche
Grundauffassung der Künstler als auch des Publikums erfährt
erst in jüngster Zeit eine gewisse Renaissance, die auf eine
historische Tradition zurückreicht, wie zum Beispiel im Bauhaus zu
Beginn des 20. Jh. Die Anton Stankowski Stiftung hat in den vergangenen
Jahren große Anstrengungen unternommen, um dieses Wissen, diese
künstlerische Position auch an eine jüngere Generation
weiterzugeben. Dies möchten wir mit dem diesjährigem
Stiftungspreis würdigen und zugleich unseren Beitrag dazu leisten,
damit dieser Kommunikationsprozess zukünftig weitergeführt
werden kann.“
Atelier van Lieshout
Preis der Stankowski Stiftung 2009
Der Preis der Stankowski Stiftung im Wert von 25
000.- € wird 2009 dem Atelier Van Lieshout verliehen. Der Preis besteht
in einer Publikation. In Verbindung mit dem Stankowski Preis 2009
für das Atelier Van Lieshout steht die Ausstellung:
Atelier Van Lieshout. Schöne
Aussichten
8. März – 26. April 2009
Kunsthalle Göppingen


Bonnefantopia (2003) steht für die zahlreichen
im Atelier Van Lieshout entstandenen Installationen, die sich mit der
Gestaltung von Gebrauchsgegenständen, einer ganzen Einheit
zusammengehöriger Bereiche zum Thema Körperkult
beschäftigen. Als kleinere „Heimversion“ von Sportopia (2002)
vermittelt diese dem Bonnefantenmuseum in Maastricht gehörende
Installation Fitness, Essen, Schlafen, Sex, Disziplin und Exzess,
Ordnung, Berechenbarkeit und die Lust am Bruch mit der heilen Ordnung,
die Verausgabung und die ebenso mögliche Versklavung durch das
System. Funktional und mit elementaren konstruktiven Mitteln verbindet
die Gestaltung funktionales Design mit dem Besonderen eines
künstlerischen Konzepts, eines komplexen Bildes. Auch wenn diese
Arbeit ein Museumsstück ist, gehört das mögliche
Funktionieren als Vermittlung ebenso zur Arbeit, wie die Reflexion der
Konstruktion Fitness, Gesundheit, Leben das eigentliche Erlebnis des
Kunstwerkes darstellt.
Slave City (Stadt der Sklaven) ist ein seit 2005 sich in
vielen Bildern, Modellen und Zeichnungen entwickelndes Gesamtkunstwerk,
der Entwurf und die Vision einer utopischen Gesellschaft. Sie basiert
auf maximalen Ertrag von Arbeit, perfekter und umfassender Organisation
allen Lebens, auf einer transparenten Ordnung. Joep van Lieshout
operiert in seinen Bildern mit ethischen und ästhetischen Werten,
die zu tun haben Arbeit, Ernährung, Ökologie, Management,
Macht, einen alles strukturierenden Markt. Vom Stadtplan dieser
imaginären Slave City, über die Empfangsstation, die
Häuser für die verschiedenen Funktionsträger,
Massenschlafstätten und Hygieneeinheiten, bis zum Museum und der
Rolle der dort beschäftigten Kuratoren… - Joep van Lieshout
entwirft zeichnerisch und in Modellen einen ganzen Kosmos, die Stadt
als Gesamtkunstwerk, die Utopie, die in ihrer Logik und
Radikalität auch ihre Distopie, die Pervertierung und den
Untergang in sich birgt. Joep van Lieshout entwirft, gestaltet,
designed eine Gesellschaft, eine Ordnung des Zusammenlebens, mit
Konsequenz, mit abgründigem Witz, provokant, und die Gestaltung
gibt dem Bild von großen Ganzen in jedem seiner Details und jedem
Aspekt der Entwürfe eine ästhetische wie ethische Zuspitzung,
wie sie nur Kunstwerke vor Augen führen und zur Debatte stellen
können.
Das Atelier Van Lieshout - mit ihm sein Kopf und
künstlerischer Entwerfer Joep van Lieshout - erhält den Preis
der Stankowski Stiftung 2009 für sein durchgängig angewandte
Kunst (Design) und freie, autonome Kunst verbindendes Werk.
Kunsthalle Göppingen, Atelier Van Lieshout.
Schöne Aussichten. 8.3. – 26.4.2009,
Di – Fr 13 – 19 Uhr, Sa, So 11 – 19 Uhr, Mo geschlossen.
Homepage Atelier
van Lieshout
Der Katalog zum Preisträger
Homepage Kunsthalle
Göppingen
Stankowski 06
Aspekte des Gesamtwerks
Zum 100. Geburtstag von Anton Stankowski
zeigte eine groß angelegte Retrospektive einen umfassenden
Überblick über das freie und angewandte Schaffen des
Künstlers (1906–1998).
Das Gesamtwerk beeindruckt durch seine
mediale Vielfalt, von der Fotografie über die Malerei bis hin zu
seinem gebrauchsgrafischen Werk, das das visuelle Erscheinungsbild der
Bundesrepublik Deutschland mitgeprägt hat. Mit dieser Ausstellung
wurden Einblicke in die verschiedenen Bereiche und Lebensabschnitte von
Anton Stankowski gezeigt. Es war ein Versuch, sowohl den Pluralismus
seines Werkes aufzuzeichnen als auch die Gemeinsamkeit, die
Visualisierung von Inhalten, hervorzuheben. Für Anton Stankowski
gab es keinen Unterschied zwischen freier und angewandter Kunst, beide
Bereiche haben sich in seinem Werk ständig durchdrungen. Alle
Arbeiten stehen repräsentativ für viele weitere.
Die Ausstellung im Internet
Stankowski06.de
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